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Irische Literatur

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Irische Literatur Artikel

siehe auch die in Irland entstandene englische Literatur: (Anglo-Irische Literatur ).


Irische Literatur ist die Literatur irischer Sprache.

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Alte irische Segenswünsche: Alte irische Segenswünsche 1. Möge der Wind immer in deinem Rücken sein: I Irische Segenssprüche Möge der Wind stets in Deinem Rücken sein - Alte irische Segenswünsche , gesammelt von Hermann Multhaupt . Sehr schöne Segenswünsche aus Irland zu jedem Anlass. Das broschierte Heft ist gut gestaltet mit schönen irischen Landschaftsbildern. Einziger Makel ist die eher heftartige Bindung, die das Buch nicht besonders...

Altirisch

Als die ersten erhaltenen schriftlichen Aufzeichnungen auf Irisch müssen die Ogam-Inschriften gelten, die als Literatur jedoch schwerlich zu nennen sind. Die auf den Steinen erhaltenen Texte bestehen lediglich aus Personennamen in dem Genitiv (Stein/Feld?/Besitz? von...), die gelegentlich um knappe Angaben ergänzt sind.

Ab dem 7. Jahrhundert gibt es die ersten Quellen in lateinischer Schrift. Neben den sprachhistorisch sehr wichtigen Glossen (zum Teil recht lange irischsprachige Kommentare zu lateinischen Haupttexten am Rande von Handschriften, die heute vor allem in St. Gallen, Würzburg und Mailand aufbewahrt werden) sind ab dieser Zeit auch literarische Denkmäler erhalten, zunächst in der Form von Gedichten. Eine gewisse Bekanntheit hat das wohl in Süddeutschland entstandene Gedicht "Messe ocus Pangúr Bán " ("Ich und der weiße Pangúr) erlangt, im ein irischer Wandermönch die Zweisamkeit der Klosterzelle mit seiner weißen Katze besingt. Es ist am Rande einer Handschrift erhalten geblieben. Glossen und einige Gedichte sind die einzigen erhalten gebliebenen direkten Quellen der altirischen Periode (Sean-Ghaeilge, Old Irish, etwa 600-900).

Buch-Tipp: Der Druide und die Mondkönigin. Irische Märchen und Sagen Kurze Märchen aus einer Zeit, die nicht mehr ist. Es ist eines der schönsten Märchenbücher, die ich je gelesen habe. Liebevoll und mit einer Anschaulichkeit, die auch Nicht-Irland-Kennern die Grüne Insel näherbringt, erzählt die Autorin überlieferte Sagen, erklärt die Bedeutung der Namen. Beim Lesen dieser Geschichten überkommt einen die...

Mittelirisch

In den folgenden Jahrhunderten (Mittelirisch, Meán-Ghaeilge, Middle Irish, etwa 900-1200) erfuhr die irische Literatur jedoch einen enormen Aufschwung. Sie bildet den umfangreichsten erhaltenen mittelalterlichen Textkorpus in Westeuropa. Vor allem in den Klöstern wurden neue Werke geschaffen, aber auch ältere teils akribisch kopiert, teils aber auch neu zusammengestellt oder sprachlich und/oder inhaltlich modernisiert oder vermeintlich korrigiert. (Die Sprache hatte sich weiterentwickelt, und ältere Schreibungen oder auch Flexionsendungen wurden häufig als falsch oder veraltet angesehen). Entstanden sind in dieser Zeit unter anderem viele mit Lyrikteilen durchmischte Prosaerzählungen, derer die "Táin Bó Cuailgne " ("Der Rinderraub von Cuailgne/Cooley") wohl die bekannteste und bedeutendste ist. Auch Lyrik, Genealogien, medizinische Abhandlungen, Orts- und Personenlegenden entstanden. Erwähnenswert ist auch der umfangreiche Korpus von Gesetzestexten (teils auf Irisch, teils Latein). Letzterer ist vor allem für die Rekonstruktion des Altirischen Bedeutung, da die Texte häufig auf ältere zurückgriffen und die Kopisten beim Abschreiben eines alten Gesetzestextes offenbar zögerlicher Änderungen vornahmen als bei anderen Texten.

Buch-Tipp: Die Boote fahren nicht mehr aus. Bericht eines irischen Fischers. Wunderbares Buch Sehr lebendig beschreibt der Autor, der sein ganzes Leben auf Great Blasket Island verbracht hat, das Leben der Menschen dort. Sie sind auf einander angewiesen und stehen sich bei, in jeder Lebenslage. Es gibt gute und schlechte Jahre. Häufig müssen sie widrigen Bedingungen trotzen, aber sie wissen sich zu helfen. Unvergesslich die...

Frühneuirisch/Klassisches Irisch

In den Jahrhunderten nach der normannischen Eroberung 1169 (Frühneuirisch, Gaeilge Chlasaiceach, Early Modern Irish, etwa 1200-1600) ging die literarische und Kopiertätigkeit allmählich von den Klöstern auf eine Anzahl privater, wohlhabender Familien über. Die Art der entstandenen Texte entspricht in dem großen und ganzen jedoch der der vorangegangenen Epoche. Es entstand eine Vielzahl neuer Werke, vor allem Elogen und Elegien, die meist in dem Auftrag lokaler Herrscher verfasst wurden, aber es wurde zusätzlich auch umfänglich kopiert.

Buch-Tipp: Die Herren des Nordens Heil den tapferen Toten in Odins Reich. . . Alle 3 Romane um Uthred sind sehr gut gelungen und spannend zu lesen. Alle haben eine unglaublich dichte Atmosphäre. Das einzige was mich etwas stört ist, das Uthred noch so jung ist. Ein paar Jährchen mehr würden in besser zu Gesicht stehen. Nichtsdestotrotz liebe ich diese Bücher und freue mich...

Neuirisch

1600 gilt als Beginn der neuirischen Periode (Nua-Ghaeilge, Modern Irish). 1607 werden die Reste des einheimischen Adels vertrieben. Die für die Literatur schwerwiegendste Folge besteht darin, dass damit das bisherige institutionalisierte System von Auftrag- und Arbeitgebern oder Mäzenen einerseits und Dichtern und Kopisten andererseits verschwand und etliche Dichter arbeitslos wurden, als Barden auf Wanderschaft gingen und sich verdingen mussten. Bis zu dem Ende des 19. Jahrhunderts kam die irische Literatur langsam, aber sicher zu dem Erliegen. Zwar wurden in begrenztem Maße noch ältere Handschriften kopiert und neu zusammengestellt, doch wurde wenig gedichtet. Erwähnenswert sind die romantische Aisling-Lyrik ("Vision"), in der die Wiederkehr der alten Zeit beschworen wurde, und einige Einzelwerke wie das Trauergedicht "Caoineadh Airt Uí Laoghaire" ("Die Klage um Art Ó Laohaire") und das längere Gedicht "Cúirt an Mheon-Oidhche" ("Der Mitternachtsbesuch").

Wiederbelebung

Ende des 19. Jahrhunderts kam es zu einer Renaissancebewegung des Irischen. In dieser Bewegung war zwar letztlich ca. ein kleiner Teil der Bevölkerung engagiert (längst nicht ca. Katholiken!), doch erfasste er beinahe alle Bereiche des öffentlichen Lebens, selbst den Sport. Von diesem Aufschwung profitiert bis heute auch die Literatur.

Im Jahre 1900 erschienen die ersten beiden irischen Romane, 1904 der erste Roman von nachhaltiger Bedeutung: "Séadna " von Pater Peadar Ua Laoghaire . In der Folgezeit entstand eine recht hohe Zahl von Erzählungs- und Lyrikbänden sowie Romanen und auch Theaterstücken. Bis zu dem zweiten Weltkrieg, mit Abstrichen bis in die 1960er Jahre hinein, wurden verschiedene literarische Konventionen ausgetestet, was seit den 1970er Jahren in einer recht regen und lebendigen Literaturszene äußert. Als bedeutendstes Buch in irischer Sprache gilt noch stets "Cré na Cille" ("Friedhofserde", 1949) von Máirtín Ó Cadhain , der aus Connemara stammte, jedoch den größten Teils seines Lebens als Irischlehrer in Dublin verbrachte. Die englische Übersetzung des schwer zu übersetzenden Buchs wird offenbar nicht mehr verlegt, ansonsten gibt es ca. eine norwegische Ausgabe. Ca. einige weitere bedeutende Autoren: Eoghan Ó Turairisc (vorw. Prosa), Máire Mhac an tSaoi (Lyrik), Máirtín Ó Direáin (Lyrik), Séamas Mac Annaidh (Prosa), Pádraic Breathnach (Prosa), Micheál Ó Conghaile (beides), Alan Titley (Prosa und Kritiken), Nuala Ní Dhomhnaill (Lyrik), Gabriel Rosenstock (Lyrik).

Angesichts der niedrigen Zahlen von Mutter- und Erstsprachlern ist die Zahl der auf Irisch veröffentlichten Bücher erstaunlich hoch. Gelesen werden diese allerdings größtenteils von demselben Personenkreis, der sie auch verfasst: gebildeten Bürgern mit kulturellem Interesse. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es so etwas wie eine Bauern- und Fischerliteratur, deren Wert heute allerdings häufig eher als soziologisch oder sprachwissenschaftlich denn als literarisch angesehen wird.

Buch-Tipp: Die Vermessung der Welt. Für den Betttisch Zwei reichlich exzentrische Hauptcharaktere Humboldt und Gauss, dazu noch einige irrlichternde Nebenfiguren, das Ganze flott erzählt und mit viel skurrilem Humor, geschrieben mit Stil und Intelligenz, aber ohne jegliche Schwierigkeiten lesbar, es ist kurz gesagt, das ideale Nachttischbuch. Damit ist es wohl eher dem Bereich der...

Übersetzungen

Auf Deutsch erschienene Werke irischer Sprache (meist über den Umweg des Englischen übersetzt):

  • Breandán Ó hEithir, "Führe uns in Versuchung" ("Lig Sinn i gCathú", 1976), Kiepenheuer Leipzig 1985.
  • Flann Ó Brien, "Irischer Lebenslauf" ("An Béal Bocht", 1941), Suhrkamp zuletzt 2001.
  • Dónall Mac Amhlaidh, "Das Alphabetagam" ("Schnitzer Ó Sé", 1960), Rotbuch zuletzt 2001.
  • Pádraig Standún, "Das Vieh" (An tAinmhí", 1992), Pendragon 1999.
  • Tomás Ó Criomthain (Tomás O'Crohan), "Die Boote fahren nicht mehr aus" ("An tOileánach, 1929), Lamuv 1983.
  • Peig Sayers, "So irisch wie ich" ("Peig", 1936), Lamuv 1996.
  • Muiris Ó Súilleabháin, "Inselheimat" ("Fiche Bliain ag Fás", 1933), Manesse 1956.
  • Sabine Heinz (Hrsg.), "Keltische Sprachinseln. Anthologie keltischer Autoren", Frieling 2001. (Lyrik und Prosa, direkt aus mehreren keltischen Sprachen übersetzt, ohne Umweg über das Englische/Französische).
  • Schneider, Jürgen (Hrsg.), Irrlandt Ireland Irland, Sonderband Edition Druckhaus 11, Galrev 1993.
  • verschiedene Gedichte und/oder Erzählungen einzelner Autoren und Autorinnen in Anthologien.

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